Munch - endlich at Home.

Es hat schon ein wenig gedauert, aber 2021 hat Norwegen den Werken Edvard Munchs mit dem MUNCH ein würdiges Denkmal gesetzt. Sperrig, nicht für jeden eingängig, fast schon unterkühlt wirkt die Museumsarchitektur. Und dann noch dieser merkwürdige Knick - die Herzen flogen dem Bau des spanischen Architekturbüros Estudio Herreros nicht gerade zu. Aber vielleicht passt ja gerade das zu Munch. Liebe, Angst, Wahnsinn, Kunst - liegt eh alles nah beinander. Und lässt einen nicht los. Nicht einfach, aber faszinierend.

 

Und hier die Facts: im Museum sind mehr als 26.000 Werke (Gemälde, Skulpturen, Fotografien, Skizzen und Notizbücher), die der norwegische Maler und Grafiker Edvard Munch (1863–1944) der Stadt Oslo vermachte, beheimatet.

 

Für die vielen unterschiedlichen Formate der Bilder von Edvard Munch musste auch im Gebäude und der Ausstellung eine Antwort gefunden werden. Für die Vielzahl der Grafiken und Zeichungen gibt es kleine Kabinette für die bis zu 11 Meter monumentalen Kunstwerke große Säle.

 

Das Architektenteam nennt das MUNCH ein "dynamisches Museum". Die Ausstellung ist über mehrere Stockwerke verteilt und von jeder Ebene hat man andere Ausblicke auf den Fjord und die Stadt und kann so seine ganz eigenen Bezüge zur Stadt und den Bildern von Munch herstellen.

 

Manche sagen auch, das Museum verneige sich durch den Knick vor der Stadt und dem großen Künstler. Auf alle Fälle war die Idee, dass es sich in das Stadtbild einfügen solle. Und das tut es.

 

 

Die Aufgabe eines öffentlichen Gebäudes sei es,, sich Besuchern zu öffnen, so der KasselerArchitekt Jens Richter, Miteigentümer des o. g. Madrider Architekturbüros, dass sich 2008 für den Bau in einem internationalen Wettbewerb durchsetzte. Die Türen sind offen! zeigt das MUNCH mit der großen Eingangslobby, die auch Besucher willkommen heisst, die nicht zwangsläufig in die Ausstellung möchten. Im MUNCH kann man ebenso an Malkursen, Lesungen oder Konzerten teilzunehmen, den Kinosaal oder die Bibliothek besuchen.

Auch die Aussichtsplattform mit der "Sky-Lounge" kann man besuchen, ohne die Ausstellung zu besuchen (montags aber geschlossen). Einfach durch die Eingangshalle gehen und mit dem Panoramaaufzug bis ins obere Stockwerk fahren. Von oben hat man dann eine unglaubliche Aussicht über Oslo, den Hafen und das Umland.

 

 

Das MUNCH liegt ganz rechts im Hafenbecken, mit der Kiel-Oslo-Fähre legt man ganz links an. Zu Fuß läuft man eine gute halbe Stunde von einem Ende zum anderen. Bei einem Kurzaufenthalt mit nur einigen Stunden Zeit in Oslo, muss man also ca. 1 Stunde für den Hin- und Rückweg vom MUNCH zur Fähre einplanen.

 

Foto bei (c) Ivan Baan für National Museum Oslo
Foto bei (c) Ivan Baan für National Museum Oslo

Oben im geknickten Glas spiegelt sich die Fähre (ist allerdings nicht die Kiel-Oslo, sondern die Kopenhagen-Olso-Fähre, die im selben Hafenbecken, wie das MUNCH liegt.

 

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